AGV "Eintracht" Münster 1901 e.V.

Der von Hexen und Sagen umwobene Harz, schon zigmal auf unserer Agenda stehend,       ausflug2013_1war in diesem Jahr das Ziel unserer 39. Mehrtagesfahrt. In Bad Harzburg im Wohlfühlhotel SEELA bezogen wir für eine Woche Unterkunft. Diesem selbstgewählten Anspruch wurde das Hotel, in allen Belangen, vollauf gerecht. Vorweg zwei Besonderheiten. Wir waren diesmal viel in Bahnen unterwegs und das Schild „Umleitung“ bereitete uns Probleme. Doch dazu später mehr.
Über die „Route 66“ und die A7 ging unsere Fahrt in den Harz. An der Raststätte Hasselberg wurde das beliebte AGV – Frühstück serviert. Gut gestärkt verließen wir bei Northeim/West die A7. Zum ersten Mal kamen wir mit dem bereits erwähnten Schild in Berührung. So ging es wieder zurück auf die Autobahn, die wir dann bei Seesen endgültig verließen. Unser erstes Ziel im Harz war die Stabkirche in Hahnenklee. Danach war noch genügend Zeit um die Reste des Frühstücks zu verzehren. In Goslar, am Parkplatz Kaiserpfalz, trafen wir uns mit der Goslarer Bimmelbahn, mit der wir eine Stadtrundfahrt machten. Wir konnten sehr viel von der alten Kaiserstadt sehen. Nach kurzer Fahrt gelangten wir dann nach Bad Harzburg ins Hotel. Zimmerbezug, 4-Gang-Abendessen und gem. Beisammensein mit Chorgesang beendeten den ersten Tag unserer Reise.

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Unsere Reiseleitung hatte im Vorfeld das Wetter erkundet. Die Vorhersagen ließen nichts Gutes erwarten. Doch wie so oft genau das Gegenteil trat ein. Schon auf der Hinreise zeigte sich die Sonne von ihrer besten Seite. Sie begleitete uns auch an den weiteren Tagen bis zur Heimfahrt.

Durch dieses herrliche Wetter konnten wir wie geplant unser Programm durchführen. Auf der ersten Harzrundfahrt besichtigten wir die malerischen Orte Wernigerode und Quedlinburg. Taten wir das in Wernigerode noch zu Fuß, so buchten wir kurzfristig in Quedlinburg wieder eine Bimmelbahn. Dort fühlten wir uns an alte Zeiten im früheren östlichen Deutschland erinnert, als viele von uns am Bratwurststand in der Schlange standen. Nach dieser Episode ging unsere Fahrt nach Thale. Dort bestiegen wir die Gondelbahn, die uns auf den Hexentanzplatz brachte. Den Platz fanden wir zwar, aber Hexen???? Auf dem Heimweg steuerten wir die Rappbode-Talsperre an. Wir hielten auf der Talsperre an und warfen einen Blick auf das Bauwerk und den See. Und wieder hieß es umkehren, denn „Umleitung“ wies einen anderen Weg als vorgesehen zu. Der Tag endete wie erste, mit der Besonderheit, dass wir einer Mitreisenden zum Geburtstag musikalisch gratulierten..

Am Mittwoch stand mit der Fahrt auf den Brocken (1141 m) einer der Höhepunkte auf dem Programm. Recht früh fuhren wir los nach Wernigerode zum Ausgangsbahnhof der Brocken-Bahn. Die Dampflok wurde gerade angehängt, als wir die Waggons bestiegen. Die Sitzplätze waren fast eisig, doch nach kurzer Fahrt herrschte eine Bullenhitze im Waggon. Stark schnaufend, dicken, schwarzen Rauch ablassend, kämpfte sich die Dampflok den Berg hoch. An den Stationen unterwegs wurden weitere Brockenfans aufgenommen. Oben angekommen empfing uns Windstärke 10 und eine Menschenlawine wälzte sich die restlichen Meter zum Plateau hoch, auf dem das Museum, das Brockenhotel, der Fernsehsender und andere Gebäude stehen. Sehenswert ist die Brockenuhr, bei der keine Uhrzeit abzulesen ist, sondern die Entfernungen zu vielen Städten in der Welt angegeben ist. Ein Rundgang war wegen dem starken Wind unmöglich. Daher wurde die Zeit bis zur Rückfahrt beim Brockenwirt verbracht. An der vorletzten Station sah der Berichterstatter zufällig, dass drei Mitreisende ausgestiegen waren. Er beorderte sie wieder zurück in den Waggon und verhinderte so eine Suchaktion.
Abends nach dem Essen begab sich die Gesellschaft in den Festsaal des Hotels. Dort erwartete uns ein DJ zum Musik- und Tanzabend. Nach anfänglicher Scheu wurde doch eifrig das Tanzbein geschwungen. Chorgesang und Ehrungen für Mehrfachbeteiligung rundeten das Programm ab.

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Die zweite Harzrundfahrt stand donnerstags auf dem Programm. Zuerst fuhren wir nach Braunlage und mit der Gondelbahn auf den Wurmberg (971 m). Die Ski-Sprung-Schanze auf dem Wurmberg stand früher unmittelbar an der Zonengrenze. Man erzählt sich heute, dass die Springer auf westlicher Seite absprangen und auf östlicher Seite landeten. Davon ist heute nichts mehr zu spüren. In der direkt am Fuß des Schanzenturm liegenden Wurmbergalm fand ein zünftiges Oktoberfest statt, welches wir uns nicht entgehen ließen. Die Reiseleitung hatte aber noch eine Rundfahrt zu einigen Talsperren vorgesehen. Also ging es wieder bergab und in den Bus. Doch wieder stand uns das Schild „Umleitung“ bei unserem Vorhaben im Weg. So bekamen wir nur die Staumauer, eigentlich nur ein Erddamm mit einem Betonkern, der Söse-Talsperre zu Gesicht. Dennoch hatten wir eine schöne Fahrt durch den herbstlichen Harz. Den Abend verbrachten wir wie die vorhergehenden.

Zur freien Verfügung stand der Freitag. Die Hotelleitung hatte für jeden eine Berg- und Talfahrt auf den Burgberg (445 m) spendiert. In Gruppen und zu verschiedenen Zeiten wurde der Berg erklommen. Oben stehen die Reste einer Burganlage und die Canossa-Säule. Sie erinnert an den Ausspruch von Reichskanzler Bismarck, der im Mai 1872 im Reichstag nach einer heftigen Auseinandersetzung verkündete: „Seien Sie außer Sorge, nach Canossa gehen wir nicht – weder körperlich noch geistig“. So steht es auch auf der 1877 errichteten Säule in Stein gemeißelt.
Einige, die gut zu Fuß sind, wanderten den Berg hinab in die Stadt. Die anderen benutzten die Bahn. In dem herrlichen Badeort wurde gebummelt, eingekehrt oder einfach nur geschaut. In einer Bäckerei mit Cafe spielte sich folgendes ab: Ein Mitreisender bat um einen Kaffee und ein Stück „Lewwerworscht-Kuchen“. Die Verkäuferinnen zeigten sich zwar erstaunt, aber der Situation gewachsen und meinten diesen Kuchen hätten sie nicht im Angebot. Aber auch der Kunde blieb gelassen und sagte: „Ich habe gehört, dass der „Lewwerworscht Kuchen“ bei Euch so gut schmeckt“. Doch alles half nichts, er musste sich nur mit dem Kaffee begnügen.
Das hervorragende Wellness- Angebot im Hotel wurde an diesem Tag eifrig genutzt. Zum letzten Mal traf man sich zum Abendessen und ließ den Tag ausklingen. Es gab aber noch eine Überraschung als zwei Sänger eine Kostprobe ihrer Sangeskunst darboten.

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Nach der Stärkung vom Frühstücksbuffet verabschiedeten wir uns am Samstagmorgen vom Hotel und begaben uns auf die Heimreise. Die Kofferverladung ging noch ohne Regen vonstatten. Als sich die Räder des Busses zu drehen begannen, setzte Regen ein, der uns den ganzen Tag begleitete. Unser Ziel war das kleinste deutsche Mittelgebirge, das „Kyffhäuser-Gebirge“. Bekannt ist der „Kyffhäuser“, wie er im Volksmund genannt wird, durch die gleichnamige Burganlage (600 m lang, 60 m breit) mit dem 176 m tiefen Burgbrunnen und dem 81 m hohen Denkmal mit dem monumentalen Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I. und der in Stein gehauenen Barbarossafigur. Wegen des Regens und des zu 2/3 mit Gerüsten verhüllten Denkmals, blieben wir nur kurze Zeit auf dem Parkplatz unterhalb der Burg.
Stattdessen besichtigten wir das Panorama Museum oberhalb von Bad Frankenhausen. Glanzstück des Museums ist ein beeindruckendes Gemälde von 14 m Höhe und 123 m Umfang, das eine Schlacht vom Deutschen Bauernkrieg 1525 zeigt. Der Künstler Werner Tübke malte das imposante Kunstwerk von 1983 -1987 mit über 3.000 Einzelfiguren auf Leinwand.
In der nahegelegenen Waldgaststätte „Sennhütte“ nahmen wir das Mittagessen ein, bevor wir uns auf die endgültige Heimreise machten. Mit einer kurzen Unterbrechung an der Raststätte „Schlüchtern“ erreichten gegen Abend unsere Heimatgemeinde Münster.

Ein Ausflug war zu Ende, bei dem herrlicher Sonnenschein, ein sehr gutes Hotel mit schönen geräumigen Zimmern, erstklassiger Küche, freundlichem Personal und guten Tropfen aus dem Keller, keine Wünsche offen ließen. Wir haben viel gesehen, gesungen und gelacht und einiges Überraschendes erlebt.

Zum Schluss noch ein „Danke schön“ an unseren Busfahrer Dieter, unsere Reiseleitung, die wieder ein interessantes und informatives Programm zusammengestellt hatte, und an die gesamte Reisegesellschaft. Wir sind eine „verschworene Truppe“, aber immer offen für neue Mitreisende, in diesem Jahr waren es 6 Personen, die sofort integriert wurden und sich in der Gruppe wohlfühlten. Hoffen wir, dass wir im nächsten Jahr ein kleines Jubiläum feiern und noch einige Jahre solche Fahrten unternehmen können.